Menü Home

Gebührenanpassung - Abwasser 2019 / Trinkwasser 2020

Die Wassergebühren bzw. Wasserpreise wurden in Kassel seit dem Jahr 1996 nicht mehr angehoben. Im Gegensatz dazu sind die Kosten für Wasserversorgungsanlagen und Personal in Deutschland deutlich angestiegen.

Eine Gebührenanpassung zum Trinkwasser und zum Abwasser wurde am 26. November 2018 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. 


Außzüge aus den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung:

"Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Satzung über die Abwasserbeseitigung in der Stadt Kassel (Abwasser- und Abwasserbeitrags und -gebührensatzung) in der aus der Anlage 1 zu zu dieser Vorlage ersichtlichen Fassung"

"Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Wasserversorgungssatzung in der aus der Anlage 1 zu dieser Vorlage ersichtlichen Fassung"

Durch Zustimmung zu diesen beiden Anträgen des Magistrates werden die Gebührenerhöhungen zum 01.01.2019 (Abwasser) bzw. zum 01.01.2020 (Trinkwasser) gültig.

Neues Gebührenmodell für Trinkwasser in Kassel und Vellmar

Über 20 Jahre konnten Kassel und Vellmar ihre Wassergebühren trotz erheblich steigender Kosten stabil halten. Dennoch verlangen die stetig wachsenden Anforderungen an die Infrastruktur, die Gewinnung, Aufbereitung, den Transport, die Bereitstellung von Trinkwasser und Beseitigung von Abwasser ein Umdenken. Auch der vergangene Sommer hat gezeigt, dass zukünftig immer größere Herausforderungen auf Kassels Ver- und Entsorger zukommen, um den Bewohnern zu jeder Zeit unbegrenzten Zugang zu frischem, sauberen Trinkwasser zu gewährleisten.

Oberbürgermeister Christian Geselle fasst es zusammen

„Es geht nicht darum, mit Wasser Geld zu verdienen. Wir haben ein Gebührenmodell entwickelt, das für alle Bewohner eine leistungsgerechte und nachvollziehbare Lösung darstellt und auch für zukünftige Investitionen garantiert, dass wir täglich den Hahn aufdrehen können und klares, reines Wasser sprudelt. Das neue Gebührenmodell stellt sicher, dass heute und morgen alles dafür getan werden kann, dass die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser nachhaltig gewährleistet ist.“

Anders als in der Vergangenheit besteht die neue Trinkwassergebühr aus drei Komponenten:

Dem Anschluss (Zähler), der Bereitstellung und dem tatsächlichen Verbrauch. Bei der Verbrauchsgebühr wird der Preis je Kubikmeter um 15 Cent auf 1,85 Euro gesenkt. Die Zähler- und Bereitstellungsgebühr, zusammengefasst in der Grundgebühr, beinhaltet hingegen alle Kosten für die tägliche Bereitstellung des Trinkwassers – 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

Das bedeutet für die Bewohner von Kassel und Vellmar ab dem 1. Januar 2020 beispielhaft

Eine vierköpfige Familie in ihrem Einfamilienhaus zahlt bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 160 Kubikmetern 6,10 Euro mehr pro Monat als bisher. Für ein Ein-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus werden pro Monat knapp 5 Euro mehr fällig.

Sicherstellen der Versorgung

Auch stellen die stark anwachsenden Verunreinigungen wie Mikroplastik, Antibiotika, Bakterien und multiresistente Keime KASSELWASSER und die Städtische Werke Netz + Service GmbH immer wieder vor neue Herausforderungen. Diesen mit Weitsicht zu begegnen, Tag für Tag durch Wissen, Erfahrung und Engagement den Bewohnerinnen und Bewohnern die hochwertige Wasserver- und Abwasserentsorgung in Kassel und Vellmar sicherzustellen, das sind die Themen der Zukunft.

Christof Nolda zu immer neuen Herausforderungen

„Vor immer neue Herausforderungen stellen uns auch die stark anwachsenden Verunreinigungen durch Mikroplastik, Antibiotika, Bakterien und multiresistente Keime“, erläuterte Christof Nolda, Stadtbaurat der Stadt Kassel. „Diesen müssen wir mit nachhaltigen Lösungen begegnen – durch Wissen und Erfahrung, um hochwertige Systeme für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.“

Manfred Ludewig zur Preisentwicklung

Manfred Ludewig, Bürgermeister der Stadt Vellmar, bringt abschließend einen treffenden Vergleich: „Wenn ich mir vor Augen führe, was wir vor 20 Jahren für ein Brötchen bezahlt haben und es mit heute vergleiche, ist es nur nachvollziehbar, dass wir mit unserem wichtigsten Gut, unserem Wasser, verantwortungsvoll und behutsam umgehen sollten.“

Anpassung der Abwassergebühren

Im Zuge der Einführung des neuen Trinkwassergebührenmodelles werden auch die Abwassergebühren angepasst.


Unsere Leistungen

Unsere Leistungen zum Erhalt des hohen Standards bei Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung zeigt nachfolgender Film:


Neues Gebührenmodell Trinkwasser

Trinkwasser / Frischwasser

Die Wasserprofis sprechen von Trinkwasser. Der Volksmund spricht auch von Frischwasser. Grundsätzlich werden die Begriffe synonym verwendet.

Anpassung der Trinkwassergebühr

Ab Januar 2020 wird die Trinkwassergebühr angepasst. Das neue Gebührenmodell für Trinkwasser besteht aus drei Komponenten: Die Mengengebühr liegt bei 1,85 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommt die Zählergebühr, die sich nach der Querschnittsgröße des Hausanschlusses richtet. Für die allermeisten Haushalte in Kassel und Vellmar liegt diese bei 25 bzw. 28,33 Euro pro Jahr. Weitere Komponente ist die Bereitstellungsgebühr, die je nach Zahl der Wohneinheiten in einem Haus zwischen ca. 54,51 und 90,51 Euro pro Wohneinheit liegt. Dabei zählt das Gerechtigkeitsprinzip: Je mehr Wohneinheiten einen Hausanschluss nutzen, desto geringer die Bereitstellungsgebühr.

Hohe Qualität

Die Städte Kassel und Vellmar werden mit Wasser von hoher Qualität versorgt, da bei der Gewinnung und dem Transport auf höchste Ansprüche Wert gelegt wird. Herauszustellen ist die Trinkwassergewinnung aus unserer regionalen Mittelgebirgslandschaft, was dem Wasser ein besonderes Qualitätsmerkmal verleiht. Vor dem Hintergrund des Megatrends Klimawandel, den gesetzlichen Anforderungen und Bestimmungen an das Trinkwasser als wichtigstes Lebensmittel für die menschliche Ernährung sowie den Veränderungen im Verbraucherverhalten, ist die Trinkwasserversorgung sowohl perspektivisch als auch nachhaltig zu gewährleisten.“

Umsatzsteuer

Die genannten Gebührensätze sind Nettobeträge. Während auf die Gebühren für Trinkwasser Umsatzsteuer in Höhe von sieben Prozent erhoben werden, sind die Gebühren für das Abwasser steuerbefreit.

Begriffe und Abkürzungen für die Rechenbeispiele des neuen Trinkwassergebührenmodells für Kassel und Vellmar:

  • Zähler: Wohnungswasserzähler mit einer Zulaufleitung von maximal 2,5 Qn (Nenndurchfluss). 95 % aller Haushalte in Kassel haben solch einen Anschluss.
  • m³: Kubikmeter = 1000 Liter (Trinkwasserverbrauch)
  • m²: Quatratmeter versiegelte Fläche des Grundstückes (Haus, Garage, Einfahrt...)
  • WE: Wohneinheit / Anzahl der Wohnungen in einem (Mehr-)Familienhaus
  • a = anno (lateinisch) bedeutet: Jahr

4 Berechnungsbeispiele Trinkwasser

Die nachfolgenden 4 Berechnungsbeispiele reichen von einem Ein-Personen-Haushalt im Mehrfamilienhaus bis zum 4-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus. Wir gehen auch hier von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 40 Kubikmeter (m³) für eine Einzelperson im Jahr (per anno) aus. Bei 3 Personen ergibt das einen Verbrauch von 120 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr und bei einer 4-Köpfigen Familie 160 Kubikmeter Trinkwasser. Hinzu kommen die Zählergebühren und die Bereitstellungsgebühren. Sie können an den folgenden 4 Berechnungsbeispielen die finanzielle Mehrbelastung pro Person im Monat ablesen.

Berechnungsbeispiel 1 - Trinkwasser

Berechnungsbeispiel 2 - Trinkwasser

Berechnungsbeispiel 3 - Trinkwasser

Berechnungsbeispiel 4 - Trinkwasser

„Trinkwasser ist nach wie vor das günstigste Versorgungsgut"

Auch im neuen Gebührenmodell können die Bürgerinnen und Bürger in Kassel und Vellmar auch weiterhin ganz selbstverständlich z.B. 16 Gläser frisches Leitungswasser für weniger als 1 Cent aus dem Wasserhahn zapfen oder mit einer Dusche für 15 Cent pro Person hellwach in den Tag starten.


Anpassung der Abwassergebühren

Erhöhung ab Januar 2019

Ab Januar 2019 werden auch die Abwassergebühren um 43 Cent auf 2,86 Euro pro Kubikmeter angepasst. Eine vierköpfige Familie, die zur Miete wohnt, mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 160 Kubikmetern, zahlt dann 5,73 Euro mehr pro Monat als bisher. Für einen Ein-Personen-Haushalt liegen die monatlichen Mehrkosten bei 1,43 Euro pro Monat. Im nachfolgenden Berechnungsmodell sind wir von einer Familie mit Einfamilienhaus ausgegangen. Da kommt noch die Niederschlagswassergebühr hinzu, weswegen die Erhöhung da noch ein paar Cent höher liegt.

Annahmen zum Berechnungsbeispiel

Das nachfolgende Berechnungsbeispiel geht von 4-Personen aus, die in einem Einfamilienhaus leben. Die versiegelte Fläche beträgt 100 Quadratmeter (m²). Das sind 10 x 10 Meter. Da kann schon ein recht großes Haus mit Garage und Einfahrt drauf stehen. Wir gehen bei allen nachfolgenden Berechnungsmbeispielen von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 40 Kubikmeter (m³) für einen Einzelperson im Jahr (per anno) aus. Bei einer 4-Köpfigen Familie sind das 160 Kubikmeter Trinkwasser. Die Abwassergebühr ist gekoppelt an den verbrauchten Kubikmeter Trinkwasser.

Umsatzsteuer

Die genannten Gebührensätze sind Nettobeträge. Während auf die Gebühren für Trinkwasser Umsatzsteuer in Höhe von sieben Prozent erhoben werden, sind die Gebühren für das Abwasser steuerbefreit.

Gebührenanpassung Abwasser

Gebühr bis 31.12.2018
Gebühr ab 01.01.2019
Schmutzwassergebühr: Euro / verbrauchtem Kubikmeter (m³) Trinkwasser2,43 Euro/m³
2,86 Euro/m³
Niederschlagswassergebühr: Euro / Quadratmeter (m²) versiegelte Grundstücksfläche0,75 Euro/m³
0,82 Euro/m³

Berechnungsbeispiel - Abwasser

Weitere Gebührenanpassungen im Abwasserbereich

Weitere Gebührenanpassungen im Abwasserbereich finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Die Entleerung der rund 30 Klärgruben in Kassel ist mit der neuen Gebühr nunmehr kostendeckend. Beim Drainagewasser wird es sogar günstiger für den Grundstückseigentümer.

Gebührenanpassung Abwasser
Gebühr bis 31.12.2018
Gebühr ab 01.01.2019
Entleerung von Grundstückskläreinrichtungen / Klärgruben25,56 Euro/m³48,87 Euro/m³
Grund-, Drainage- und Kühlwasser2,43 Euro/m²1,37 Euro/m³

Gründe für die Gebührenanpassung im Trink- und Abwasserbereich

Großes Versorgungsgebiet

Für die Sicherstellung einer hochwertigen Trinkwasserversorgung und der Trinkwasserhygiene unter hohen Qualitätsstandards betreibt die Städtische Werke Netz + Service GmbH im Auftrag von KASSELWASSER 8 Wasserwerke, 19 Wasserbehälter, 16 Tiefbrunnen, 45 Flachbrunnen, 21 Pumpwerke und 2 Quellgebiete mit 98 Quellen, wovon 77 genutzt werden. Das Versorgungsgebiet umfasst die Städte Kassel und Vellmar und ist geprägt durch die Topographie einer Mittelgebirgslandschaft. Die geodätischen Höhen reichen von rd. 130mNN im Bereich der Fuldaauen, bis über 600mNN im Habichtswald, wodurch erhebliche Höhenunterschiede im Versorgungsgebiet resultieren.

Anspruchsvolle Topographie

Durch die anspruchsvolle Topographie im Kasseler Becken ergibt sich eine Vielzahl kleinteilliger Versorgungsgebiete. Durch viele Hügelketten, die sich im Bereich der Kölnischen Straße, am Weinberg, am Faustmühlenweg deutlich darstellen und die Erschließung der Hanglagen des Habichtswaldes und über Wolfsanger ergeben sich viele kleinerer Versorgungsgebiete, die alle erschlossen und versorgt werden wollen. Dank kluger Strukturierung, die schon bei der Siedlungserschließung beachtet wurde, kann die Versorgung mit angemessenem Einsatz von Pumpenergie erfolgen. Um die Trinkwasserversorgung unter diesen topographischen Anforderungen für ca. 225.000 Einwohner zu ermöglichen und darüber hinaus eine große Zahl von mehrgeschossigen Gebäuden versorgen zu können, betreibt die NSG ein Versorgungsnetz von ca. 1.000 km Länge, welches in 46 Druckzonen unterteilt ist. So haben Charakteristika wie anspruchsvolle topografische Begebenheiten, wie sie sich in Kassel, Wetzlar oder Wiesbaden wiederfinden, einen komplexen Netzausbau zur Folge. Das geht mit hohen Investitionen einher.

Trümmerschutt und Fliegerbomben

Eine Kasseler Besonderheit ist Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg in Kassels Untergrund, der Bauarbeiten oft erheblich erschwert und somit auch höhere Kosten nach sich zieht. Durch die großen Zerstörungen im zweiten Weltkrieg und den nachfolgenden Stadtneubau, bei dem vielfach Trümmer zur Auffüllung verwendet wurden, die Geometrie ganzer Quartiere sich änderte und vielerorts Reste der Großbrände im Boden zu finden sind, ist das Bauen in den Straßen des Versorgungsgebietes recht aufwändig, da Trümmer zu großen Aufbrüchen und teurer Entsorgung führen. Was uns beim Kanalbau von anderen Städten unterscheidet, ist der verhältnismäßig hohe Aufwand für die Suche nach Fliegerbomben sowie für die Kampfmittelräumung.

Gesetzliche Anforderungen

Ursache für die Gebührenanpassung im Bereich der Abwasserbeseitigung sind u.a. steigende gesetzliche Anforderungen. Die erhöhten Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) führen dazu, dass mehr Nährstoffe und Schadstoffe aus dem Abwasser entfernt werden müssen, um unsere Kasseler Gewässer inklusive der Fulda noch sauberer zu machen. Der Neubau einer Reinigungsstufe zur Phosphorentfernung im Kasseler Klärwerk in Wolfsanger/Weserspitze steht kurz bevor.

Klimawandel

Aber auch zukünftige Herausforderungen im Zusammenhang mit dem zu erkennenden Klimawandel und der damit einhergehenden Häufung von Starkregenereignissen oder Dürren verursachen zusätzliche Kosten.

Schutz des Grundwassers

Das bis zu 150 Jahre alte öffentliche Kasseler Kanalnetz muss zum Schutz von Grundwasser und Boden dauerhaft erneuert und renoviert werden. Die Anforderungen an die Dichtheit der Kanäle haben dabei einen herausragenden Stellenwert

Bedrohung durch Mikroschadstoffe

Gleichzeitig rücken Mikroschadstoffe (multiresistente Keime, Viren, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik etc.) immer mehr in den Fokus. Veränderungen in der Biozönose unserer Gewässer machen deutlich, dass mittelfristig auch diese Stoffe im Ablauf der Kasseler Kläranlage reduziert werden müssen.

Steigende Energie- und Rohstoffpreise

All diese zusätzlichen Anlagenteile und Reinigungsstufen lösen zusätzliche Instandhaltungskosten aus. Dazu kommen steigenden Energie- und Rohstoffpreisen für die Betriebsstoffe.